Nasser El Sonbaty – das Leben des 90er Jahre Bodybuildingstars auf einen Blick

Nasser EL Sonbaty ist am 20. März 2013 in Kairo gestorben

Nasser El Sonbaty gilt als einer der erfolgreichsten IFBB Profi Bodybuilder und Inspirationen für Sportliebhaber der 90er Jahre. Obwohl der bekannte Sportler im Jahre 2013 verstorben ist, dient er vielen Fans und Bodybuildern immer noch als Quelle der Inspiration und Motivation. Doch welche Beiträge hat er zur Bodybuilding-Welt geleistet? Welche Erfolge konnte Nasser El Sonbaty verzeichnen und warum war er bei vielen Sportlern so beliebt? Wir werfen nachfolgend einen Blick auf das Leben des Profisportlers – und verraten, warum sein plötzlicher Tod vielen Fans so nahe gegangen ist.

Nasser El Sonbatys Leben – wichtige Daten im Überblick

  • Nasser wurde am 15. Oktober 1965 in Stuttgart geboren
  • Gestorben ist er am 20. März 2013 in Kairo [1]
  • Beim Arnold Classic erlang Nasser 1999 den ersten Platz
  • Sein Wettkampfgewicht lag zwischen 122 und 131kg
  • Am 25-Jährigen Jubiläum der Arnold Classic Show wurde Nasser sehnsüchtig erwartet – doch er starb kurz vor dem Event
  • Bei Mr. Olympia konnte er 1997 den zweiten Platz belegen
  • Nassers Vater stammt aus Ägypten, seine Mutter hingegen kommt aus dem ehemaligen Jugoslawien
  • El Sonbaty lebte in San Diego
  • Er schrieb Artikel für Fitness-Magazine und wurde sogar auf Bodybuilder-Magazinen abgebildet

Nur Interesse an Sport? Von wegen! Die Anfänge des Bodybuilders

Während man von vielen Bodybuildern hört, dass diese schon in jungen Jahren Interesse an Bodybuilding oder diversen Sportarten zeigten, ist dies bei Nasser nur bedingt der Fall. Im Alter von 17 Jahren spielte er Fußball und ging primär in den Kraftraum, um seine Beinmuskulatur für den Fußball zu stärken. Hier traf er aus Zufall auf einen “ungarischen Gewichtheber”, der ihm diverse Übungen zeigte, die ihm durch das Trainieren des Oberkörpers eine symmetrische Figur verleihen sollten. Seitdem achtete Nasser stets darauf, allen Muskelgruppen die gleiche Aufmerksamkeit beim Training zu widmen – und fand so viel Gefallen am Kraftsport und Bodybuilding, dass er dabei blieb.

Nasser sehnte sich nach einer gleichmäßigen Form, mehr Stärke und Breite. Dafür trainierte er hart – ohne Wettbewerbe oder gar das Profi-Building anzustreben. Erst, nachdem er im Fitnessstudio mehrmals auf seine gute Form angesprochen wurde, kam ihm selbst der Gedanke, sich mit anderen jungen Männern zu messen.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Nasser El Sonbaty (@nasserelsonbaty)

Interessant ist, dass Nasser nicht unbedingt die Unterstützung erhielt, die andere Bodybuilder genossen. Sein Vater war weder von der Sportart, noch von den Wettkämpfen, an denen Nasser teilnahm, begeistert. Er legte mehr Wert auf die akademischen Leistungen seines Sohnes, wie anhand diverser Interviews von Nasser deutlich wird. Lediglich auf seine Mutter konnte sich El Sonbaty in dieser Hinsicht verlassen.

Wer nun denkt, Nasser El Sonbaty habe sich in jungen Jahren nur mit Fußball- und Kraftsport beschäftigt, liegt falsch. An der Universität Augsburg studierte Nasser Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft. Auch in den Jahren seiner Bodybuilding-Erfolge legte er viel Wert darauf, über Aktuelles Bescheid zu wissen.

Das war der Trainingsstil von Nasser El Sonbaty

Offseason: Seinen eigenen Trainingsstil beschrieb Nasser damals als mittelschwer bis sehr schwer. In Off-Seasons peilte Nasser fünf Trainingseinheiten pro Woche an – und das mit normalen Sätzen. Nasser achtete hier jedoch darauf, für jede Muskelgruppe mindestens eine Langhantel Übung mit einzubauen. Auf ein 90-minütiges Krafttraining folgte dann meist eine Cardio-Einheit.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Nasser El Sonbaty (@nasserelsonbaty)

Vor dem Wettkampf: Drei Monate vor dem Wettkampf begann Nasser mit einer Diät, um unnötiges Körperfett zu verlieren  und die Form besser hervorzuheben. Pro Muskelgruppe trainierte Nasser dann einen zusätzlichen Satz, baute Supersets ein und achtete dabei auf zehnsekündige Ruhepausen. Um besser in Form zu kommen, baute Nasser schrittweise mehr Cardio ein – verringerte aber gleichzeitig seine Kohlenhydratzufuhr und erhöhte dafür die Proteinmenge auf dem eigenen Speiseplan. Und das auf teilweise 600g Protein am Tag! Nasser setzte auf das Pyramidensystem, bei denen Gewicht und Wiederholungen langsam erhöht werden.

Die Erfolge von Nasser im Überblick

Siege
  • 1995 Houston Pro Invitational
  • 1995 Night of Champions
  • 1996 Grand Prix Czech Republic
  • 1996 Grand Prix Russia
  • 1996 Grand Prix Switzerland
  • 1999 Arnold Classic
zweite und dritte Plätze
  • 1993 3. Grand Prix France
  • 1993 3. Grand Prix Germany
  • 1994 2. Night of Champions
  • 1995 3. Grand Prix France
  • 1995 3. Grand Prix Germany
  • 1995 3. Grand Prix Russia
  • 1995 3. Grand Prix Spain
  • 1995 2. Grand Prix Ukraine
  • 1995 3. Mr. Olympia
  • 1996 2. Grand Prix England
  • 1996 2. Grand Prix Germany
  • 1996 3. Grand Prix Spain
  • 1997 2. Arnold Classic
  • 1997 3. Grand Prix Czech Republic
  • 1997 3. Grand Prix England
  • 1997 2. Grand Prix Germany
  • 1997 2. Grand Prix Hungary
  • 1997 3. Grand Prix Russia
  • 1997 2. Grand Prix Spain
  • 1997 2. Mr. Olympia
  • 1997 2. San Jose Pro Invitational
  • 1998 2. Arnold Classic
  • 1998 3. Grand Prix Finland
  • 1998 3. Grand Prix Germany
  • 1998 3. Mr. Olympia

Nach über 25 Jahren in der Branche hatte Nasser genug vom Bodybuilding

Online wurde in vielerlei Hinsicht um eine Rückkehr Nassers gemunkelt, die kurz vor seinem Tod stattfinden sollte. Fakt ist jedoch: Nasser hatte nach mehr als zwei Dekaden in der Branche mehr als genug. Zwischen  2004 und 2005 wagte er sich noch an einige Wettkämpfe heran – landete hier jedoch nur auf dem 14. Und 15. Platz. Kein Wunder also, dass die Motivation allmählich schwand.

Vor allem aber störte Nasser, dass er sich tagtäglich nur noch mit dem Thema Bodybuilding konfrontiert sah. Menschen kannten ihn als Bodybuilder und sprachen ihn entsprechend nur noch auf das Thema an, versuchten Tipps zu bekommen und es ihm nachzueifern. In Interviews betonte er, sich zumindest nicht mehr nur mit Bodybuilding, sondern auch anderen Dingen im Leben beschäftigen zu wollen. Umso tragischer erscheint unter diesem Aspekt, dass er mit nur 47 Jahren sterben musste.

Kritik an Arnold Schwarzenegger und der Bodybuilding-Branche

Arnold Schwarzenegger wurde Jahre vor Nasser als Bodybuilder berühmt. Dennoch zeigte sich El Sonbaty keineswegs so begeistert von diesem, wie viele Fans. So kritisierte Nasser vor allem, dass Arnolds Körperform keineswegs gleichmäßig ausgeprägt war – ein Aspekt, der für Nasser im Bodybuilding höchste Bedeutung hatte.

Doch nicht nur an Schwarzenegger übte Nasser hin und wieder Kritik: Auch an der Branche selbst wusste er Einiges auszusetzen. Er kritisierte vor allem, dass es einige kontroverse Entscheidungen bei Wettkämpfen gab, dass Richter nicht immer ganz unvoreingenommen seien und er kaum Jurys begegnete, die nicht nur aus amerikanischen Richtern bestanden. Auch, dass einige Bodybuilder zu geringe Zahlungen erhielten, betonte er regelmäßig. Vermutlich legte er mit seiner Kritik sogar Grundsteine für das heutige Bodybuilding: Mittlerweile wird auf Fairness und gute Verträge deutlich mehr Wert gelegt.

Nasser El Sonbaty: Symmetrische Form und mehr als nur ein Sixpack!

Wofür Nasser El Sonbaty hauptsächlich bekannt geworden ist? Viele haben ihn heute noch als Mr. Tenpack im Hinterkopf. Tatsächlich ist Nasser dafür bekannt geworden, eine besonders ausgeprägt-symmetrische Körperform erreicht zu haben. Dabei machten sich seine Bauchmuskeln nicht nur durch ihre starke Definition bemerkbar, sondern erreichten mehr als nur ein Sixpack. Laut eigenen Aussagen hatte Nasser schon immer eine gute Form an Schultern und Brust – und konnte durch das Krafttraining schnell eine allgemein gute Symmetrie erzielen. Jedoch dauerte es eine Weile, bis wirklich jemand an sein Potential in der Branche glaubte.

Gesundheitliche Probleme ab 2003

Der Bodybuilder Nasser El Sonbaty litt ab den 2000er Jahren immer wieder an gesundheitlichen Beschwerden. So wurde bekannt, dass er 2003 wegen einer Staphylokokken Infektion ins Krankenhaus eingeliefert wurde, die ihn fast das Leben kostete. Mehr als zehn Tage verbrachte er in Behandlung – und verlor dabei über 60 Pfund Gewicht. Doch damit nicht genug: Auch Ende 2006 musste Nasser einen gesundheitlichen Rückschlag einstecken. So wurden operativ einige seiner Muttermale entfernt, aber auch sein Bauchnabel musste wiederhergestellt werden. Zudem litt Nasser an Lipomen unter den Achselhöhlen, die operativ entfernt wurden. In dieser Zeit beschritt Nasser selbst, an den Qualen der Operationen und anschließenden Genesung zu leiden.

Gerüchte und Fragen rund um den Tod des Bodybuilders

Obwohl viele Fans von seinem Tod mit nur 47 Jahren überrascht wurden, kommt es durch oben genannte Ereignisse aber weniger überraschend, dass Nasser El Sonbatys Gesundheit in Wirklichkeit angeschlagen war. Bei einem Besuch in Ägypten verstarb Nasser Ende März 2013 im Schlaf. Online lässt sich nachlesen, dass dies aufgrund eines Nierenversagens nach einer Infektion der Fall war – was aber wirklich Todesursache gewesen ist, weiß bis heute niemand so recht. Es kursieren hierzu zahlreiche Gerüchte im Netz – beispielsweise auch zu einem Herzversagen, die seitens der Familie unbeantwortet bleiben.

Fakt ist: Nasser ist heute noch genauso wie Steve Reeves,Lou Ferrigno, Franco Columbu, Dave Draper oder Tom Platz eine Inspiration für viele angehende Bodybuilder und Fitness-Fans – und wird dies in den kommenden Jahren auch bleiben.

Quellen:

Neue Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"