Ist alkoholfreies Bier gut nach dem Training?

Was bringt alkoholfreies Bier nach den Training? Wir klären auf

Alkoholfreies Bier wird in Deutschland immer beliebter. Der alkoholfreie Gerstensaft findet auch unter Sportlern immer mehr Anhänger. Die Brauereien sehen darin eine neue, starke Absatzmöglichkeit, und vermarkten das alkoholfreie Bier als isotonisches Sportgetränk. Bringt es jedoch den Sportlern tatsächlich so viele Vorteile mit?   

Warum alkoholfreies Bier für Sportler?

Alkoholfreies Bier nach dem TrainingEin kühles Blondes oder ein alkoholfreies Weizenbier schmeckt nach dem Training doppelt so gut: Der erste Vorteil liegt selbstverständlich in dem Geschmack, des Weiteren braucht man sich nur wenig Gedanken wegen des Alkohols machen, da im alkoholfreien Bier nur bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten ist. Zudem ist alkoholfreies Bier isotonisch, es hat also ein ähnliches Nährstoffverhältnis wie das menschliche Blut. Und, für viele das Hauptargument – alkoholfreies Bier enthält deutlich weniger Zucker als Softdrinks oder Säfte. Von Kohlenhydrat- und Kaloriengehalt her ist das alkoholfreie Bier einem typischen Fitnessdrink sehr ähnlich, allerdings enthält es viel weniger Natrium.

 

Die beiden Getränke im Vergleich: (ca. Angaben pro 100ml)

1. Alkoholfreies Bier:

  • Kaloriengehalt: 25-70kcal
  • Kohlenhydratmenge: 6-14g
  • Natriumgehalt: 10mg

2. Isotonischer Fitnessdrink:

  • Kaloriengehalt: 50-70kcal
  • Kohlenhydratmenge: 13-17g
  • Natriumgehalt: 100mg

Alkoholfreies Bier nach dem Training

Alkoholfreies Bier nach dem WorkoutSporttreibende benötigen in erster Linie Energie (Kohlenhydrate), um ihre Glykogenspeicher aufzufüllen. Das ist der Grund, weshalb die meisten Iso-Getränke kohlenhydratreich sind. Im alkoholfreien Bier kommt der Zucker Maltodextrin vor, der die nötige Energie für die Kohlenhydratspeicher liefert.  Ein alkoholfreies Bier enthält zum Beispiel 120kcal. Um das zu verbrennen, braucht ein Läufer etwa 15 Minuten in einem moderaten Tempo zu joggen. Nach intensiven Trainingseinheiten, ob im Ausdauer- oder im Kraftsport, braucht ein Sportler viel mehr Kohlenhydrate, wichtige Mineralstoffe wie Natrium sowie Protein. Der Körper muss mit Energie neu versorgt werden und die Muskeln brauchen für die Regeneration und Aufbau mehr Eiweiß. Neben Kalium und Magnesium, die für Sportler wichtig sind, enthält alkoholfreies Bier auch Vitamine der B-Gruppe und Proteine.

Alkoholfreies Bier ist gesundheitsfördernd

Alkoholfreies Bier,  wie beispielsweise das Weißbier, hält für Sportler einige gesundheitsfördernde Eigenschaften parat. Das Wichtigste: Alkoholfreies Bier stärkt das Immunsystem und kann Entzündungen reduzieren. Das verdankt das alkoholfreie Bier den Polyphenolen, die in Pflanzen als Farbstoffe, Geschmackstoffe oder Tannine vorkommen. Ihre Wirkung ist gesundheitsfördernd und krebsvorbeugend, was viele Studien bereits nachgewiesen haben. Polyphenolhaltige alkoholfreie Drinks, wie das Weizenbier, reduzieren die Entzündungsparameter im Blut und wirken besonders entzündungshemmend – die Infektionen treten seltener auf beziehungsweise werden die Symptome weniger belastend.

In alkoholfreien Bier können noch bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten sein!

 

Und was ist mit „normalen“ Bier?

Das alkoholhaltige Weißbier enthält sogar mehr Polyphenole als das alkoholfreie Weißbier, womit die positive Wirkung der Polyphenole noch größer sein müsste. Allerdings sind die Nachteile eines regelmäßigen Konsums vom alkoholhaltigen Bier deutlich größer. Alkohol sollte generell gemieden werden, da es die Trainingserfolge deutlich mindert.

Effizienter Muskelaufbau beim Krafttraining wird durch viele Faktoren beeinflusst. Mithilfe verschiedener Fitnessgeräte werden Grund- und Isolationsübungen für bestimmte Muskelregionen durchgeführt um gezielt Reize für das Muskelwachstum zu setzen.

Daneben spielen auch die Häufigkeit und Dauer des Trainings sowie die Regenerationsphasen dazwischen eine wichtige Rolle. Auch die richtige Ernährung beeinflusst die Trainingseffizienz – dazu gehört auch der Alkoholkonsum.

Warum ist der Konsum so schlecht

Der Brennwert von reinem Alkohol liegt nur knapp unter dem Wert von reinem Fett und ist doppelt so hoch wie der von Kohlenhydraten und Proteinen. Da Sie Alkohol in reiner Form nicht zu sich nehmen werden, kommen weitere Zusätze wie Zucker in Likören und Mixgetränken sowie Kohlenhydrate hinzu, die den Muskelaufbau beeinflussen. In einem normalen Bier stecken beispielsweise bis zu 500 Kalorien, je nach Sorte.

Weiterhin setzt der Hopfen in Bier ein östrogenähnliches Hormon frei, welches Fettreserven aufbaut. Speziell bei Männern sorgt dies für Fettanlagerung im Brust- und Bauchbereich.
Regelmäßiger Konsum, der bereits bei einem Mal wöchentlich beginnt, schwächt die Kondition und kann Sie im Training weit zurückwerfen.

Alkohol gleich Heißhunger?

Alkohol regt die Insulinbildung in der Bauchspeicheldrüse an und setzt sogenannte „Langerhans-Inseln“ frei. Diese sorgen für eine Erhöhung des Insulinspiegels, was den Körper wiederum nach Zucker dursten lässt, da er den gesamten vorhandenen Zucker in Fettzellen verwandelt hat. Der Körper reagiert folglich mit Heißhungerattacken. Wer sich dann jedoch nicht zurückhalten kann, nimmt weitere Kohlenhydrate und Kalorien auf, die nur schwer abzutrainieren sind – ein Teufelskreis entsteht: Durch die Aufnahme von Zucker wird weiter Insulin produziert und der Prozess beginnt von neuem. Weiterhin hemmt der hohe Insulinspiegel den Abbau von Fettreserven.

Der Abbau der Fettzellen wird ebenfalls durch den Alkoholeinfluss behindert, denn dieser verlangsamt den Stoffwechsel: Der Körper ist mit der Zersetzung des „Giftes“ beschäftigt und die Fettverbrennung muss sich hinten anstellen, da sämtliche Energie für den Abbau des Alkohols benötigt wird. Besonders der Konsum von Wein oder Bier während des Essens und kurz danach sorgt dafür, dass alles direkt an den Hüften und am Bauch ansetzt und nicht abgebaut wird. Da bringen dann selbst die besten Bauchübungen nichts mehr!

Hormonproduktion durcheinander

Und wenn das nicht schon genug wäre, beeinflusst die Droge Alkohol auch die Hormonproduktion. Die Konzentration an Wachstumshormonen, die für das Muskelwachstum nach einer Trainingseinheit zuständig sind, nimmt ab. Die Konzentration an Stresshormonen wie Cortisol nimmt hingegen zu. Diese hemmen den Muskelaufbau und können katabole Phasen auslösen. Das bedeutet, dass der Körper Energie aus den vorhandenen Muskeln und Fettreserven entzieht und diese abbaut. Zudem sinkt auch der Testosteronspiegel im Blut, dessen Auswirkungen bekannt sein müssten.

In gleicher Weise hat der Konsum von Alkohol, Einfluss auf die Muskelproteinsynthese im Anschluss einer Trainingseinheit und beeinflusst das Zellwachstum bzw. die Zellteilung in der DNA. Schon der kleinste Genuss von Alkohol am Wochenende kann unter Umständen das gesamte Wochentraining ruinieren. Ausbleibende Erfolge beim Krafttraining durch Alkohol sind deshalb keine Seltenheit.

Schlussfazit

Neben den vielen Kalorien, der erhöhten Insulinbildung, dem ineffizienten Hormonspiegel und der gehemmten Proteinsynthese entzieht Alkohol dem Körper auch noch Wasser und wichtige Nährstoffe, sodass es verstärkt zu Muskelkrämpfen und Dehydrations-Symptomen kommt.

Abschließend lässt sich also feststellen: Training, Ernährung und Regenerationsphasen können noch so strikt eingehalten werden – durch (übermäßigen) Alkoholkonsum werden Erfolge beim Training und Muskelaufbau beeinträchtigt. Der Verzicht auf alkoholische Getränke wirkt sich wiederum positiv aus. Dies wird speziell in der Erholungsphase deutlich, denn hier kann sich der Organismus durch beim Training gesetzte Reize voll und ganz auf den Muskelaufbau konzentrieren. So empfiehlt es sich für jeden, der Krafttraining im Fitnessstudio oder Zuhause betreibt, weitestgehend auf alkoholische Getränke zu verzichten.

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Dariusz Strenziok

Dariusz ist Sportwissenschaftler und war über 15 Jahre lang als Fitness- und Personaltrainer tätig. Zudem ist Dariusz begeisterter Triathlet. Seine Schwerpunkte liegen in Ausdauersportarten (aktiver Triathlet), allgemeinem Fitnesstraining und Bodybuilding. Außerdem hat Dariusz ein Faible für Journalismus. Dariusz ist unser Experte für evidenzbasierte gut recherchierte Beiträge zum Thema Training, Trainingslehre & Nahrungsergänzungsmittel.

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